Tampondruck
Was ist Tampondruck?
Tampondruck ist ein indirektes Druckverfahren, bei dem Farbe über einen elastischen Silikontampon von einem gravierten Klischee auf ein meist dreidimensionales Objekt übertragen wird. Das Verfahren eignet sich besonders für die präzise Bedruckung von Kunststoffteilen mit komplexen Formen in der Serienfertigung.
Der entscheidende Vorteil gegenüber anderen Druckverfahren: Tampondruck kann selbst unregelmäßige, gewölbte oder schmale Oberflächen zuverlässig bedrucken — Flächen, die mit Siebdruck oder Digitaldruck nicht erreichbar sind. Er wird in zahlreichen Branchen eingesetzt, darunter Automobilbau, Elektrotechnik, Medizintechnik und Konsumgüterindustrie.
Das Verfahren entstand Mitte des 20. Jahrhunderts, um schwierige Oberflächenformen mit hoher Detailgenauigkeit zu bedrucken. Das charakteristische Element ist der flexible Silikontampon, der Farbe auch auf gewölbte, schmale oder strukturierte Oberflächen überträgt. So ist Tampondruck deutlich vielseitiger als Direktdruckverfahren, wenn es um komplex geformte Kunststoffteile aus Spritzguss geht.
Für die Automobil- und Elektrotechnikbranche, in denen die Schröder + Heidler GmbH geprüfte Kunststoffteile fertigt, ist Tampondruck eine bewährte Ergänzung der Wertschöpfungskette. Verschiedenste Kunststoffteile werden direkt im Anschluss an Spritzgussfertigung und Baugruppenmontage bedruckt. Hohe Prozesssicherheit und einfache Integration in die Serienfertigung machen das Verfahren wirtschaftlich — ob bei kleinen Stückzahlen oder großen Auflagen.
Darüber hinaus lässt sich Tampondruck auch auf Metall, Glas oder Keramik anwenden, was sein Einsatzfeld zusätzlich erweitert.
Wie funktioniert Tampondruck?
Der Prozess gliedert sich in mehrere Schritte:
- Klischeeherstellung: Ein Druckklischee mit der gewünschten Grafik wird geätzt — meist aus gehärtetem Stahl oder beschichtetem Kunststoff.
- Farbauftrag: Farbe wird auf das Klischee aufgetragen und mit einer Rakel abgezogen, sodass sie nur in den Vertiefungen verbleibt.
- Farbaufnahme durch den Tampon: Ein elastischer Silikontampon senkt sich auf das farbgefüllte Klischee und nimmt die Farbe auf.
- Farbtransfer auf das Werkstück: Der Tampon hebt ab und überträgt begrenzt die Farbe auf das Zielobjekt. Dabei sind auch gewölbte oder unregelmäßige Flächen möglich.
- Trocknung oder Fixierung: Der Druck trocknet oder härtet je nach Farbsystem durch Luft, UV-Licht oder Wärme aus.
Hohe Druckqualität erfordert genaue Kontrolle von Tampongröße, Tamponhärte, Farbviskosität und Positionierung des Werkstücks.
Unsere jahrelange Erfahrung aus Werkzeugbau und Spritzguss hilft, den Prozess reproduzierbar zu gestalten, vor allem insbesondere bei der exakten Positionierung der Teile in der Druckvorrichtung.
Moderne Tampondruckmaschinen ermöglichen vollautomatisierte Abläufe mit hoher Geschwindigkeit, Präzision und Wiederholgenauigkeit. Das ist besonders in der industriellen Serienfertigung entscheidend.

Tampondruck vs. Siebdruck
| Kriterium | Tampondruck | Siebdruck |
|---|---|---|
| Oberflächen | Gewölbt, uneben, 3D-Formen | Vorwiegend flache Flächen |
| Detailgenauigkeit | Sehr hoch, feine Linien möglich | Gut, aber bei kleinen Details begrenzt |
| Farbschichtdicke | Dünn und gleichmäßig | Dicker, deckender |
| Einrichtungsaufwand | Gering (Klischee + Tampon) | Höher (Siebherstellung) |
| Typische Anwendung | Verschiedenste Kunststoffteile (u.a. Schalter, Gehäuse…) | Großflächige Beschriftungen, Textilien |
Die Wahl zwischen Tampondruck und Siebdruck hängt primär von der Bauteilgeometrie ab. Bei gekrümmten Kunststoffteilen aus dem Spritzguss ist Tampondruck in der Regel die bessere Wahl.
Beispiele aus der Praxis
Automobilindustrie: Schalter und Instrumententafeln aus Thermoplasten werden mit Logos und Funktionssymbolen bedruckt. Die teils gekrümmten Flächen erfordern einen flexiblen Farbübertrag — Tampondruck erfüllt die hohen Anforderungen an Detailtreue und Haltbarkeit, die unter anderem die IATF 16949 vorgibt.
Elektrotechnik: Steckverbinder und Gehäuse werden farblich codiert oder mit Sicherheitsinformationen versehen. Die Farbschicht bleibt abrieb- und chemikalienbeständig. Die Kombination aus Werkzeugbau, Spritzguss und Drucktechnologie ermöglicht eine nahtlose Integration in die Fertigung.
Maschinenbau: Kunststoffgehäuse für Hydrauliksteuerungen erhalten Bedien- und Symbolbeschriftungen. Die komplexen Geometrien lassen sich so präzise bedrucken, wie es das Produkt erfordert.
Medizin- und Konsumgüter: Medizinische Geräte, Schreibgeräte oder Sportartikel werden mit detailgetreuen Logos und Beschriftungen versehen, die dauerhaft lesbar bleiben müssen.
Bei Schröder + Heidler ist Tampondruck Teil der integrierten Fertigung: Vom Werkzeugbau über den Spritzguss bis zur Baugruppenmontage und Bedruckung entstehen fertige Bauteile aus einer Hand — ohne Zwischentransport und mit durchgängiger Qualitätskontrolle.
Häufige Fragen
Tampondruck nutzt einen flexiblen Silikontampon zum indirekten Farbtransfer und bedruckt damit auch unebene und gewölbte Oberflächen. Siebdruck eignet sich besser für größere, flache Flächen. Bei komplex geformten Kunststoffteilen ist Tampondruck in der Regel die passendere Methode.
Präziser Druck auf anspruchsvollen Oberflächen, hohe Wiederholgenauigkeit und gute Automatisierbarkeit zeichnen das Verfahren aus. Die Farbschichten sind sehr dünn, belastbar und lassen sich an den jeweiligen Einsatzzweck anpassen.
Bei Kunststoffteilen mit gewölbten oder unregelmäßigen Oberflächen und feinen Motiven — etwa Schalter, Gehäuse oder Instrumententafeln im Automobil- und Maschinenbau. Auch bei kleinen Beschriftungen, Logos oder Farbcodierungen.
Die Kosten hängen von Klischeeherstellung, Farbsystem und Stückzahl ab. Das Klischee macht den größten Anteil der Einrichtungskosten aus. Bei Serienfertigung sinken die Stückkosten deutlich.
Die exakte Abstimmung von Tampon, Farbe und Werkstück ist entscheidend. Haftung, Positionierung und Prozessführung müssen stimmen, um Farbüberschuss oder Unschärfen zu vermeiden. In der automatisierten Serienfertigung sind diese Parameter in der Regel einmal eingestellt und dann stabil reproduzierbar.
Für Tampondruck eignen sich lösemittelhaltige, UV-härtende oder wasserbasierte Farbsysteme. Thermoplastische Kunststoffteile sind ideal, aber auch Metall, Glas und Keramik lassen sich bedrucken. Die Farbauswahl richtet sich nach Anforderungen an Haltbarkeit, Flexibilität und Optik.