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Druckguss vs. Spritzguss: Unterschiede, Vor- & Nachteile

Sahi Khader
05.08.2026
Lesezeit: 3 min

Druckguss und Spritzguss klingen ähnlich und folgen einem verwandten Grundprinzip – geschmolzenes Material wird unter Druck in ein Werkzeug eingebracht. Der entscheidende Unterschied liegt im Werkstoff: Spritzguss verarbeitet Kunststoffe, Druckguss verarbeitet Metalle wie Aluminium, Zink oder Magnesium.

Für Konstrukteure und Einkäufer stellt sich oft die Frage, welches Verfahren für ein Bauteil das richtige ist. Dieser Beitrag stellt Druckguss und Spritzguss gegenüber, erklärt die technischen Unterschiede und zeigt, wann welches Verfahren wirtschaftlich sinnvoll ist.

Das Wichtigste in Kürze

KriteriumSpritzguss vs. Druckguss
WerkstoffSpritzguss: Kunststoffe (Thermoplaste, TPE). Druckguss: Metalle (Aluminium, Zink, Magnesium).
BauteilgewichtSpritzguss ermöglicht leichte Bauteile, Druckguss liefert höhere Festigkeit und Wärmeleitfähigkeit.
ProzesstemperaturKunststoffschmelzen werden bei deutlich niedrigeren Temperaturen verarbeitet als Metallschmelzen. Das schont Werkzeuge und reduziert den Energiebedarf.
FunktionsintegrationSpritzguss punktet mit Mehrkomponententechnik, Farben und integrierten Funktionen.
AuswahlkriteriumNicht das Verfahren, sondern die Bauteilanforderung entscheidet über die richtige Wahl.

Gemeinsames Grundprinzip, unterschiedliche Werkstoffe

Beide Verfahren gehören zu den Urformverfahren: Ein flüssiger Werkstoff wird unter Druck in eine Form (Kavität) eingebracht und erstarrt dort zur Bauteilkontur. Beim Spritzguss ist dieser Werkstoff ein aufgeschmolzener Kunststoff, beim Druckguss eine Metallschmelze. Aus diesem Werkstoffunterschied ergeben sich alle weiteren Unterschiede in Prozess, Werkzeug und Bauteileigenschaften.

Die wichtigsten Unterschiede im Detail

  • Temperatur: Die Verarbeitungstemperaturen von Metallschmelzen liegen deutlich höher als die von Kunststoffschmelzen. Das stellt höhere Anforderungen an Werkzeug und Anlage.
  • Festigkeit und Gewicht: Druckgussteile sind in der Regel fester und wärmeleitfähiger; Spritzgussteile sind leichter und korrosionsbeständig.
  • Gestaltungsfreiheit: Kunststoff erlaubt Farben, transparente Bauteile und Hart-Weich-Kombinationen im Mehrkomponenten-Spritzguss.
  • Nachbearbeitung: Druckgussteile erfordern häufiger mechanische Nacharbeit, Spritzgussteile sind oft direkt einsatzfertig.
  • Werkzeugkosten: Beide Verfahren erfordern Investitionen in ein präzises Werkzeug, das sich erst über die Serie amortisiert.

Wann ist Spritzguss die richtige Wahl?

Spritzguss ist ideal, wenn leichte, korrosionsbeständige und funktional integrierte Bauteile in mittleren bis hohen Stückzahlen gefragt sind. Elektrogehäuse, Bedienelemente, Verbindungsteile und Bauteile mit integrierten Dichtungen oder Griffzonen lassen sich im Kunststoffspritzguss besonders wirtschaftlich fertigen. Wo Isolationswirkung, geringes Gewicht oder Farb- und Materialkombinationen zählen, spielt der Spritzguss seine Stärken aus.

Fazit: Die Anforderung entscheidet

Ob Druckguss oder Spritzguss die bessere Wahl ist, lässt sich nicht pauschal beantworten – es hängt von Belastung, Gewicht, Stückzahl und Funktionsanforderungen des Bauteils ab. Häufig ist der Kunststoffspritzguss die wirtschaftlichere und leichtere Lösung. Sie möchten wissen, ob sich Ihr Bauteil für den Spritzguss eignet? Sprechen Sie mit unseren Fertigungsexperten.

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