Schröder + Heidler

Werkzeugbau für Spritzgusswerkzeuge

Ihr Bauteil braucht ein Werkzeug, das trägt: Wir konstruieren, fertigen und pflegen Spritzgusswerkzeuge im eigenen Haus – seit 1991 im sächsischen Erzgebirge.

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Werkzeugbau bei Schröder + Heidler – kurz erklärt

Wir konstruieren und fertigen Spritzgusswerkzeuge für die Serienproduktion – von der Machbarkeitsprüfung Ihrer Zeichnung über die Konstruktion und die Fertigung bis zur Bemusterung auf den eigenen Maschinen. Weil Werkzeugbau und Spritzguss bei uns im selben Haus liegen, werden Korrekturen nach den ersten Schüssen direkt umgesetzt, statt über Firmengrenzen hinweg abgestimmt zu werden. Bestehende Werkzeuge setzen wir instand, optimieren sie oder übernehmen sie samt Serienfertigung.

Werkzeugbau im eigenen Haus

Bei Schröder + Heidler entsteht Ihr Spritzgusswerkzeug dort, wo es später auch produziert: im eigenen Haus. Konstruktion, Fertigung, Bemusterung und Serienanlauf liegen in einer Hand – und in einem Gebäude.

Das klingt nach einem Detail, ist im Werkzeugbau aber der entscheidende Unterschied. Bei den ersten Schüssen zeigt fast jedes Werkzeug Korrekturbedarf: eine Entlüftung fehlt, die Temperierung greift zu ungleichmäßig, ein Auswerfer hinterlässt Spuren. Wo Werkzeugbau und Spritzguss getrennt sind, bedeutet das Versand, Wartezeit und Abstimmung über Firmengrenzen hinweg. Bei uns geht das Werkzeug einen Raum weiter.

Seit 1991 fertigen wir Spritzgießwerkzeuge und Kunststoffbauteile für Kunden aus Automobilindustrie, Elektrotechnik, Konsumgüterindustrie und Maschinenbau. Unsere Prozesse sind nach ISO 9001 und IATF 16949 zertifiziert.

Leistungen im Werkzeugbau:

  • Konstruktion neuer Spritzgusswerkzeuge nach Ihrer Bauteilzeichnung
  • Fertigung ein- und mehrfach fallender Werkzeuge
  • 2K-Werkzeuge für den Mehrkomponenten-Spritzguss
  • Bemusterung und Serienfreigabe in der eigenen Fertigung
  • Instandsetzung, Wartung und Optimierung – auch für Fremdwerkzeuge

Werkzeugbau oder Formenbau – wo liegt der Unterschied?

In der Kunststoffverarbeitung meinen beide Begriffe dieselbe Leistung: die Konstruktion und Fertigung des Werkzeugs, in dem das Bauteil entsteht.

Historisch ist die Form das ältere Wort für das Spritzgießwerkzeug – daher heißen viele Betriebe bis heute „Werkzeug- und Formenbau“. Im engeren Sinn unterscheidet man so: Formenbau bezeichnet formgebende Werkzeuge, in denen ein Werkstoff seine Gestalt annimmt – Spritzgieß-, Blas- und Druckgussformen. Werkzeugbau ist der breitere Begriff und schließt auch Stanz-, Umform- und Vorrichtungswerkzeuge ein.

Für Spritzgusswerkzeuge laufen beide Begriffe auf dasselbe hinaus. Wer nach Formenbau sucht, meint in aller Regel genau das, was hier beschrieben ist. Bei uns entstehen diese Werkzeuge im eigenen Haus – von der Konstruktion über die Bemusterung bis zur Instandsetzung während der Serie.

  • <strong>Formenbau</strong> – formgebende Werkzeuge: Spritzgieß-, Blas- und Druckgussformen
  • <strong>Werkzeugbau</strong> – umfasst zusätzlich Stanz-, Umform- und Vorrichtungswerkzeuge
  • <strong>Im Spritzguss identisch</strong> – dieselbe Konstruktion, dieselbe Fertigung, dieselben Anforderungen an Stahl und Temperierung
  • <strong>Für zwei Komponenten</strong> gelten eigene Regeln – siehe <a href="https://www.schroeder-heidler.de/2k-werkzeugbau">2K-Werkzeugbau</a>

Aufbau eines Spritzgusswerkzeugs

Ein Spritzgusswerkzeug wirkt von außen wie ein massiver Stahlblock. Im Inneren arbeiten sechs Baugruppen zusammen, die jede für sich über das Ergebnis entscheiden. Je nach Bauteil kommen Schieber und Kernzüge für Hinterschnitte hinzu. Eine ausführliche Beschreibung der Komponenten finden Sie im Glossareintrag zum Spritzgusswerkzeug.

Formplatten

Tragende Struktur, nimmt die Schließkraft auf. Ihre Steifigkeit entscheidet, ob das Werkzeug unter Druck maßhaltig bleibt – sonst zeigt sich Grat am Bauteil.

Kavität und Kern

Der Formhohlraum: Die Kavität bildet die Außenkontur, der Kern die Innenkontur. Beide tragen die Oberflächenstruktur des späteren Bauteils.

Angusssystem

Der Weg der Schmelze in die Kavität. Kaltkanal erzeugt Angussabfall, Heißkanal vermeidet ihn – bei höheren Werkzeugkosten und größerem Regelaufwand.

Temperierung

Kanäle für temperiertes Wasser oder Öl. Ungleichmäßige Temperierung ist eine der häufigsten Verzugsursachen – deshalb Kernarbeit der Konstruktion.

Auswerfersystem

Stifte, Hülsen oder Platten, die das erstarrte Bauteil entformen – ohne Druckstellen zu hinterlassen. Bei dünnwandigen Teilen anspruchsvoll.

Führung und Zentrierung

Säulen und Buchsen richten beide Formhälften bei jedem Schließvorgang exakt aus. Über Hunderttausende Zyklen entscheidet das über Maßhaltigkeit.

Was kostet ein Spritzgusswerkzeug?

Eine seriöse Antwort ohne Zeichnung gibt es nicht. Die Spanne reicht vom einfachen Prototypenwerkzeug bis zum mehrfach fallenden Serienwerkzeug mit Heißkanal und Schiebertechnik – dazwischen liegen Größenordnungen. Was den Preis treibt, lässt sich dagegen klar benennen. Acht Faktoren bestimmen ihn im Wesentlichen.

Starker Einfluss

  • Anzahl der Kavitäten – stark: Jede zusätzliche Kavität bedeutet einen weiteren Formhohlraum samt Anguss, Temperierung und Auswerfern. Senkt dafür den Teilepreis in der Serie.
  • Bauteilgröße – stark: Größere Bauteile erfordern größere Werkzeuge, mehr Stahl und Maschinen mit höherer Schließkraft.
  • Hinterschnitte – stark: Schieber und Kernzüge sind bewegliche Baugruppen, konstruktiv aufwendig und wartungsintensiv.
  • Heißkanal – stark: Höhere Anschaffungskosten, dafür weniger Materialverlust und kürzere Zyklen. Rechnet sich ab mittleren Stückzahlen.

Mittlerer Einfluss

  • Toleranzanforderung – mittel: Enge Toleranzen erfordern feinere Bearbeitung, mehr Messaufwand und häufig zusätzliche Korrekturschleifen bei der Bemusterung.
  • Oberflächenanforderung – mittel: Hochglanz oder definierte Narbung bedeuten zusätzliche Polier- oder Ätzarbeit an der Kavität.
  • Werkstoff des Bauteils – mittel: Glasfaserverstärkte Kunststoffe wirken abrasiv und verlangen höherwertige, gehärtete Werkzeugstähle.
  • Geplante Stückzahl – mittel: Ein Werkzeug für 10.000 Teile wird anders ausgelegt als eines für fünf Millionen. Stahlgüte, Führungen und Verschleißteile richten sich danach.

Von der Zeichnung zum Serienwerkzeug

Vier Schritte liegen zwischen Ihrer Anfrage und dem freigegebenen Serienwerkzeug.

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01

Machbarkeit und Bauteilanalyse

Wir prüfen Ihre Zeichnung auf Spritzgusstauglichkeit: Wandstärkenverlauf, Entformungsschrägen, Lage der Trennebene, Anspritzpunkt. Wo sinnvoll, schlagen wir konstruktive Anpassungen vor – kleine Änderungen am Bauteil sparen oft erhebliche Werkzeugkosten.

02

Werkzeugkonstruktion

Festlegung von Kavitätenzahl, Angusssystem, Temperierkonzept und Entformung. Sie erhalten die Werkzeugkonstruktion zur Freigabe, bevor Stahl bearbeitet wird.

03

Fertigung

Zerspanung, Erodieren, Härten und Montage der Werkzeugkomponenten. Anschließend Vermessung und Funktionsprüfung des Werkzeugs.

04

Bemusterung und Serienfreigabe

Erste Schüsse auf unseren eigenen Maschinen, Vermessung der Teile, Prozessoptimierung. Auf Wunsch mit vollständiger Bemusterungsdokumentation. Erst wenn alle Maße stabil erfüllt sind, geht das Werkzeug in Serie.

Werkzeuge halten länger, wenn sich jemand kümmert

Ein Spritzgusswerkzeug ist eine Investition, die über Jahre arbeiten soll. Verschleiß an Führungen, Dichtflächen und Auswerfern ist dabei normal – kritisch wird es erst, wenn er unbemerkt bleibt und sich am Bauteil als Grat, Maßabweichung oder Ausschuss zeigt.

Auch Werkzeuge, die nicht bei uns gebaut wurden, nehmen wir in Betreuung. Wenn Sie eine bestehende Serie zu uns verlagern möchten, finden Sie den Ablauf unter Werkzeugübernahme.

  • Wartung und Reinigung nach definierten Intervallen
  • Instandsetzung nach Verschleiß oder Schadensfall
  • Konstruktive Optimierung bestehender Werkzeuge, etwa an Temperierung oder Entlüftung
  • Änderungen bei Bauteilanpassungen
  • Zustandsbewertung vor Übernahme eines Fremdwerkzeugs

Häufige Fragen zum Werkzeugbau

Das hängt vor allem an der Anzahl der Kavitäten, der Bauteilgröße, notwendigen Schiebern, der Ausführung als Kalt- oder Heißkanal sowie an Toleranz- und Oberflächenanforderungen. Eine belastbare Aussage ist erst nach Sichtung der Zeichnung und mit Kenntnis der geplanten Jahresstückzahl möglich.

Die Bauzeit richtet sich nach Komplexität und Größe des Werkzeugs. Zur reinen Fertigungszeit kommen Machbarkeitsprüfung, Konstruktionsfreigabe und Bemusterung hinzu. Einen konkreten Terminplan erhalten Sie mit dem Angebot.

Das hängt von der Auslegung ab. Werkzeuge für Prototypen und Kleinserien werden anders gebaut als Serienwerkzeuge, die mehrere Millionen Zyklen erreichen sollen. Entscheidend sind Stahlgüte, Härtung, Führungsqualität und das Bauteilmaterial – glasfaserverstärkte Kunststoffe wirken deutlich abrasiver als unverstärkte.

Ja. Wir warten und reparieren auch Werkzeuge, die nicht bei uns gebaut wurden, und übernehmen bestehende Werkzeuge samt Serienfertigung von einem anderen Fertiger. Den Ablauf finden Sie unter Werkzeugübernahme.

Ja. Werkzeuge für zwei Komponenten unterscheiden sich durch ein zweites Angusssystem, eine Umsetzmechanik und getrennt geführte Temperierkreise vom Einkomponenten-Werkzeug. Mehr dazu unter 2K-Werkzeugbau.

Ja. „Spritzgussform“ ist die umgangssprachliche Bezeichnung, „Spritzgusswerkzeug“ der Fachbegriff. Auch „Spritzgießwerkzeug“ ist korrekt und leitet sich vom Verfahrensnamen Spritzgießen ab. Gemeint ist stets die Form, in der das Kunststoffbauteil entsteht.

Schicken Sie uns Ihre Zeichnung

Wir prüfen Ihr Bauteil auf Spritzgusstauglichkeit, schlagen ein Werkzeugkonzept vor und melden uns mit einer belastbaren Einschätzung zu Kosten und Terminen zurück. Zeichnungen und CAD-Daten behandeln wir selbstverständlich vertraulich. Oder rufen Sie an: (037342) 8760

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