PBT steht für Polybutylenterephthalat. Es ist ein teilkristalliner Thermoplast aus der Gruppe der Polyester und chemisch mit PET verwandt. Im Spritzguss wird PBT unverstärkt und – noch häufiger – glasfaserverstärkt verarbeitet, etwa als PBT GF30.
Seinen festen Platz hat PBT dort, wo elektrische Isolation, Maßhaltigkeit und kurze Zykluszeiten zusammenkommen. Anders als Polyamid nimmt PBT kaum Feuchte auf und behält seine Maße auch bei wechselnder Luftfeuchte. Im Vergleich zu POM bietet es die besseren elektrischen Eigenschaften, während POM bei Gleit- und Verschleißanwendungen vorn liegt.
Das Wichtigste in Kürze
| Kernaussage | Bedeutung |
|---|---|
| Maßstabil | Die geringe Feuchteaufnahme hält die Maße auch unter wechselnden Umgebungsbedingungen konstant – wichtig für Steckverbinder mit engen Toleranzen. |
| Sehr gute elektrische Eigenschaften | Hohe Durchschlagfestigkeit und gute Isolationswerte machen PBT zu einem Standardwerkstoff für elektrische Bauteile. Flammgeschützte Typen sind verbreitet. |
| Schnelle Kristallisation | PBT erstarrt zügig im Werkzeug. Das ermöglicht kurze Zykluszeiten und dünnwandige Bauteile. |
| Hydrolyseempfindlich | In der Schmelze reagiert PBT empfindlich auf Restfeuchte, im Einsatz auf heißes Wasser und Dampf. Trocknung ist Pflicht, für feuchtwarme Umgebungen gibt es hydrolysestabilisierte Typen. |
Eigenschaften und Kennwerte
| Eigenschaft | Typischer Bereich |
|---|---|
| Dichte (unverstärkt / GF30) | ca. 1,30 – 1,32 g/cm³ / ca. 1,50 – 1,55 g/cm³ |
| Zug-E-Modul (unverstärkt / GF30) | ca. 2.400 – 2.800 MPa / ca. 9.000 – 10.500 MPa |
| Schmelztemperatur | ca. 220 – 225 °C |
| Feuchteaufnahme (23 °C, 50 % r. F.) | ca. 0,1 – 0,2 % |
| Massetemperatur im Spritzguss | ca. 240 – 270 °C |
| Werkzeugtemperatur | ca. 60 – 100 °C |
Die Werte sind typische Bereiche aus Herstellerangaben. Je nach Type, Hersteller und Additivierung weichen die Datenblattwerte ab – für die Auslegung gilt immer das Datenblatt der konkret eingesetzten Type.
Verarbeitung im Spritzguss
- Konsequent trocknen: Obwohl PBT im Bauteil kaum Feuchte aufnimmt, führt schon eine geringe Restfeuchte im Granulat zu hydrolytischem Abbau in der Schmelze. Die Folgen – verringerte Zähigkeit – sind am fertigen Teil oft nicht sichtbar.
- Verweilzeit im Blick: Zu lange Verweilzeiten bei hoher Massetemperatur schädigen den Werkstoff. Schussgewicht und Aggregatgröße sollten zueinander passen.
- Dünne Wände, feine Details: PBT fließt gut und kristallisiert schnell. Das erlaubt feingliedrige Geometrien wie Kontaktkammern in Steckverbindern. Die Auslegung der Kavität muss die Schwindung berücksichtigen, bei GF-Typen zusätzlich deren Richtungsabhängigkeit.
- Heißkanal und Anschnitt: Wegen der schnellen Erstarrung ist die thermische Führung im Heißkanal sorgfältig auszulegen, damit Anschnitte weder einfrieren noch Material thermisch überlastet wird.
Typische Anwendungen
PBT ist ein klassischer Werkstoff der Elektrotechnik und Fahrzeugelektronik: Steckverbinder und Steckergehäuse, Sensor- und Relaisgehäuse, Spulenkörper, Schalterbauteile und Lampenfassungen. Häufig werden metallische Kontakte direkt umspritzt. Welche Anforderungen in diesem Umfeld gelten, beschreibt die Seite Kunststoffteile für die Elektrotechnik.
Für Anwendungen mit geringerem Verzug werden PBT-Blends, etwa mit ASA oder PC, eingesetzt. Glasfaserverstärkte PBT-Typen sind auch als Rezyklat erhältlich.
Wie man zwischen diesen und anderen Kunststoffen abwägt, zeigt der Beitrag Werkstoffauswahl im Spritzguss: welcher Kunststoff wofür.
Häufige Fragen zu PBT
Wofür steht die Abkürzung PBT?
PBT steht für Polybutylenterephthalat, einen teilkristallinen thermoplastischen Polyester. Er ist chemisch mit PET verwandt, kristallisiert aber schneller und eignet sich deshalb besser für den Spritzguss technischer Bauteile.
Warum wird PBT so häufig für Steckverbinder eingesetzt?
PBT verbindet gute elektrische Isolation, geringe Feuchteaufnahme und Maßstabilität mit guter Fließfähigkeit. So lassen sich dünnwandige, maßgenaue Kontaktträger in kurzen Zykluszeiten herstellen. Für Brandschutzanforderungen stehen flammgeschützte Typen zur Verfügung.
Muss PBT vor dem Spritzgießen getrocknet werden?
Ja. PBT nimmt zwar wenig Feuchte auf, reagiert in der Schmelze aber empfindlich darauf. Restfeuchte führt zu hydrolytischem Abbau, der die Zähigkeit des Bauteils verringert, ohne dass es äußerlich auffällt.
Ist PBT beständig gegen heißes Wasser?
Nur eingeschränkt. Bei dauerhaftem Kontakt mit heißem Wasser oder Dampf baut PBT durch Hydrolyse ab. Für feuchtwarme Umgebungen gibt es hydrolysestabilisierte Typen, deren Eignung für den konkreten Einsatz geprüft werden sollte.
Worin unterscheidet sich PBT von PA66?
Beide sind teilkristalline technische Kunststoffe. PA66 ist wärmeformbeständiger und zäher, nimmt aber deutlich mehr Feuchte auf und verändert dabei Maße und Steifigkeit. PBT bleibt maßstabiler und hat die besseren elektrischen Eigenschaften.